Nach dem Sieg der grün-roten Koalition in Baden-Württemberg soll sich am bisherigen Schulsystem mal wieder so einiges ändern. Leider sind viele dieser Änderungen wieder einmal mehr von politischen Thesen als von sachlicher Überlegung geprägt.
Los geht es bei den Kleinsten: Das Angebot an Betreuungsplätzen der Kindergärten soll deutlich ausgebaut werden. Auf den ersten Blick sicherlich eine sehr sinnvolle Maßnahme. Ob ein derartiger Schritt aber angesichts leerer Staatskassen wirklich notwendig ist, kann sicherlich in Frage gestellt werden.
Weiter geht es mit einem besonders dicken Brocken, der seit einigen Jahren zu den fixen Lieblingsideen der politischen Linken gehört. Das bisherige dreigliedrige Schulsystem nach der vierten Klasse wird in seinen Grundfesten erschüttert. Ab sofort soll die 10-jahrige Gemeinschaftsschule für alle Kinder in der Landesverfassung verankert werden. Da diese Schulform finanziell und personell gefördert werden soll, steht zu befürchten, dass dieser sozialistische Schwachsinn einige Verbreitung finden wird. Dabei haben alle Pisa Auswertungen für Deutschland gerade das genaue Gegenteil ergeben. Gerade Bayern und Baden Württemberg mit ihrem strikten, dreigliedrigen Schulsystem waren die einzigen im Europavergleich konkurrenzfähigen Bundesländer! Wer sich einfach einmal die Mühe macht, darüber nach zu denken, warum denn eine gemeinsame Beschulung unterschiedlich leistungsstarker und –oh Frevel – unterschiedlich intelligenter Kinder eine Förderung der leistungsstarken Schüler zur Folge haben soll, wird bald erkennen, dass es keine triftigen Gründe hierfür gibt. Man steckt ja auch nicht die deutsche Fußball-Nationalmannschaft mit einer Altersheim-Gymnastikgruppe zusammen. Sondern schickt vor einem großen Turnier die besten Spieler Deutschlands – und nur diese - in ein Trainingslager.
Man kann nur hoffen, das die Auswirkungen dieser verfehlten Sozialexperimente auf unsere Zukunft nicht all zu gravierend sein werden.